Aug
20

Freundschaft ist (fast) immer nur ein Wort


Als Kind hatte ich wenig Freunde. Ich war komisch. Anders. Die wenigen Freunde waren meist deutlich älter als ich. Ich hab mich gern mit Tieren umgeben und war gern für mich allein.

Auch später war unsere Situation schwierig und eigentlich hatte ich gar keine Zeit für Freunde. 8 Personen Haushalt, Geldsorgen, Arbeit, die kein Ende nehmen wollte. Meine Hunde waren meine besten Freunde.

Irgendwann waren meine Geschwister aus dem Haus. Ich hatte Zeit, mich halbwegs gefangen und Bekanntschaften geschlossen. Die habe ich fälschlicherweise als Freunde bezeichnet. Rückblickend würde ich sagen: Es war geschickt, bei mir im Garten zu sitzen zum Grillen. Es war geschickt wenn wir beim Umzug geholfen haben. Es war geschickt, wenn ich für Hund oder Kind als Babysitter bereit stand. Es war geschickt, sich unseren Autoanhänger auszuleihen. Ich war halt eine "geschickte Freundin".

Das habe ich aber erst 2005 erkannt, als wir in der nächsten Krise steckten. Kein Geld mehr zum verleihen, keine Kraft mehr für Babysitting, keinen Hänger mehr, und für Grillen war auch kein Geld mehr da. Meine Hunden war das egal. Sie waren meine besten Freunde.

Ich hab das Internet für mich entdeckt. Nette Gespräche, miteinander Lachen. Und natürlich auch zuhören. Ich konnte mich mal austoben wenn mich was ärgert und andere sich bei mir auch. Perfekt, was will man mehr? Ich höre gerne zu. Ich helfe gerne, wenn ich kann. Juchu ich hatte Freunde!

Ich hab oft nachgefragt: Wie gehts Dir, hab schon ne Weile nichts von Dir gehört. Und immer wieder hab ich auf Facebook einen Beitrag gelesen, in dem stand: ich werde wohl meine Freunde ausmisten müssen. Hab ich irgendwie verstanden. Aber auch immer gedacht: Mich trifft das ohnehin nicht. Ich bin ja immer für meine Freunde da und höre ihnen zu.

Vor einem guten Jahr hat es mich wieder erwischt. Ich wurde richtig krank. Ich konnte keine Beiträge mehr liken, ich konnte nicht mehr nachfragen: Wie geht es Dir. Ich konnte nicht mehr zuhören. Ich hab selber Hilfe gebraucht. Wenige waren da. Sehr sehr wenige. Und auch offline sind die letzten verbliebenen verschwunden. Bekanntschaften sollte man nicht mit Freunden verwechseln.

Meine Fazit heute ist: Meine beste Freundin ist Luna. Sie liegt bei mir wenn ich friere, sie schleckt mir die Tränen vom Gesicht, sie bringt mich zum lachen und sie zeigt mir, daß sie mich liebt. geschrieben am 20.08.2022 von Beaslie99

Schlagwörter

freundschaft

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Kommentare von anderen Usern

Avatar sunnystar0210 schrieb am 23.08.2022 folgenden Kommentar:
Freundschaften --ein kurioses Wort -- ich kenne 10000000 von Leute - viele private Dinge, doch wer kennt mich ? wer interessiert sich für mich ? bei wem is es ein geben und nehmen und nich nur ein nehmen ohne geben ... Ich bevozuge Tiere - die sind ehrlicher als jeder Mensch

Avatar sunnystar0210 schrieb am 23.08.2022 folgenden Kommentar:
Freundschaften --ein kurioses Wort -- ich kenne 10000000 von Leute - viele private Dinge, doch wer kennt mich ? wer interessiert sich für mich ? bei wem is es ein geben und nehmen und nich nur ein nehmen ohne geben ... Ich bevozuge Tiere - die sind ehrlicher als jeder Mensch

Avatar Beaslie99 schrieb am 21.08.2022 folgenden Kommentar:
@ Ladaci: Du kommst mit einem Zitat über Treue? In Deiner grenzenlosen Überheblichkeit hast Du so ziemlich jeden User hier im im Stich gelassen. Lang hats gebraucht, bis ich das kapiert habe, aber letztendlich hab ich es kapiert.

Avatar ladaci schrieb am 21.08.2022 folgenden Kommentar:
Daß mir der Hund das Liebste sei,
sagst du, o Mensch, sei Sünde?
Der Hund blieb mir im Sturme treu,
der Mensch nicht mal im Winde.

(Franz von Assisi)

Avatar Beaslie99 schrieb am 20.08.2022 folgenden Kommentar:
Es war falsch ausgedrückt , Masmiie. Es steht da immer: Meine Freundesliste ausmisten. Macht es aber auch nicht wirklich besser.

Avatar Masmiie schrieb am 20.08.2022 folgenden Kommentar:
Freunde ausmisten - das klingt dermaßen absurd! Freunde sind weder Sammelobjekte noch Müll.