Aug
04

Mein eigener Mittelpunkt - Und nun?


Um mal meinen letzten Blog weiter zu führen. Dank der Indianer hab ich ja nun verstanden, dass ich meinen eigenen Mittelpunkt immer selber habe. Das ich grundsätzlich keinen anderen brauch, um mit Mittelpunkt zu stehen. Aber was fang ich nun damit an? Wo sind eigentlich die Grenzen, des Kreises der sich um mich bildet?

Ich bin dann also noch ein zweites Mal hin. Zum Karl May Fest. Weil mich das wirklich interessiert hat. Hab mich schon nach der ersten Begegnung mit diesen Indianern zu Hause intensiver damit beschäftigt. Dank Internet ist das ja alles nicht schwer. Und da saß ich nun. Ein zweites Mal. Und ich hab es mir auch nicht nehmen lassen, mich mit dieser Übersetzerin zu unterhalten, die schon bei diesen Indianern in Amerika war. Irgendwie wollte ichs wissen.

Also hab ich sie ausgefragt. Wie leben die da? Was machen die den ganzen Tag und so? Und ich bekam Antworten. Die mich eigentlich noch mehr durchgeschüttelt haben, als ich ja ohnehin schon war. 80% Arbeitslosigkeit. Kaum was zu essen, sich selbst versorgen eher schwierig, weil man in der Umgebung eben auch nix anbauen kann. Drogen - Alkohol - Selbstmord jeden Tag. Schon bei den Jugendlichen. Und das in einen Land wie Amerika. Aber was kümmert es die Reichen wie es so einem Indianer geht? Ups, dachte ich. Das kommt dir aber bekannt vor.
Parallelen?

Und trotz alle dem, sind diese Indianer immer noch verdammt einfach gestrickt. Alles was sie am Leben hält ist eben der Zusammenhalt und die Rituale die diese Menschen haben.

Irgendwie hatte all das, was mir diese Frau erzählt hat so gar nix mit dem zu tun, was eben auch in all den Winnetou Geschichten erzählt wird. Als ich ihr das sagte fing sie an zu lachen. "Das sind doch nur Geschichten, die man erzählt."

Ich fing also wieder an zu grübeln. Ich meine so ein Menschenleben läuft nicht immer rund. Das Leben ist kein Ponyhof. Mal hat man gute Zeiten, mal hat man schlechte. Aber was machen die mit mir? Wie verändern die auch meine Sicht auf die Dinge im Leben? Was passiert da nun so in meinem Kreis, wo ich ja der Mittelpunkt bin? Wo sind eigentlich die Grenzen?

Grenzen zum Beispiel sind dazu da, das man diese auch mal überschreitet. Denk ich jedenfalls. Ich meine wenn man irgendwas tut. Man kann dabei wachsen, man kann dabei aber auch auf die Nase fallen. Ob das nun gesundheitlich ist, oder eben nur für sich selbst, sei mal dahin gestellt. Aber jeder Mensch hat Grenzen. Aber wo sind die eigentlich? Wie mach ich dem andern klar: "Hee stop. Hier ist meine Grenze." Ich hab auch da ne Weile gebraucht. Um heraus zu finden, dass auch das ganz einfach ist. Man müsste ja nur mal die Arme seitlich hoch nehmen und seinen Kreis noch ein mal ziehen. Der wird logischer Weise um ein vielfaches größer. Aber was mach ich nun damit?

Ich hab das verglichen. Mit dem wie wir hier so leben.
Heut zu Tage und egal wo man grade ist meint ja fast jeder jedem sagen zu müssen wo der Frosch die Locken hat. Fast jeder kloppt auf irgendwem rum. Warum auch immer. Ich nehme mich da nicht mal raus. Aber warum? Manchmal denk ich. Boah wie dumm biste eigentlich selber? Und dann fallen mir diese Indianer ein. Die eben zusammen gehen. Jeder in seinem Kreis eben. Wo jeder die Grenzen des anderen auch akzeptiert. Sowas wie, "eh Du hast mehr als ich", Neid und all das kennen diese Indianer nicht. Und ich denke die haben auch nicht wirklich vor allem und jeden Angst. So wie das hier oft ist.

Vielleicht isses das, warum diese Indianer die Welt so einfach sehen und sehen können. Weil eben jeder den anderen akzeptiert. So wie er ist. Jeder irgendwie seinen eigenen Kreis mit Leben füllt, ohne auf nem anderen rum zu treten.

Vielleicht teilen diese Indianer auch ihr letztes Hemd noch, weil sie eben alles so einfach sehen. Es für sie am Ende auch gar keine Rolle spielt was man materiell alles für sich beansprucht.

Vielleicht sind Indianer eben einfach nur so, weil sie einfach nur so gut wie möglich leben wollen. Mit dem wenigen was sie haben.

Vielleicht halten Indianer auch deshalb so zusammen, weil die mit ihrer einfachen Sicht auf die Dinge, jeder mit seinem Leben, in seinem eignen Kreis, in der Gruppe trotzdem weiter kommen. So zusammen halten. Und am Ende immer noch irgendwas erreichen was alle voran bringt.

Vielleicht sehen die Indianer das ja auch so. Aus vielen kleinen Kreisen kann man richtig große Dinge machen. So zusammen. Die Idee als solche find ich ja total cool und spannend.

Und weil die Indianer ja auch viel tanzen, haben diese Oklala Lakotas auch einen Reifentanz. Total interessant das Ganze. Was eine einzelne Frau am Ende mit all diesen Reifen darstellt. Video hab ich leider keins gefunden. Aber nen Foto hab ich gemacht. Da war sie gerade dabei nen bunten Schmetterling zu "bauen".

Reifentanz Oklala Lakotas geschrieben am 04.08.2019 von Paulinchen

Schlagwörter

indianer, welt, leben, mittelpunkt

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Kommentare von anderen Usern

Avatar raserl schrieb am 05.08.2019 folgenden Kommentar:
Indianer, waren reich. Sie hatten die Büffelherden von denen sie sich nicht nur ernährten. Sie fertigten auch alle Gebrauchsgegenstände aus ihnen an. bis der Arschloch-Weise Mann kahm und ihnen alles nahm . Die Büffel schossen sie noch aus den Zügen ab und wegen Goldfunde siedelten sie die Indianer in wertloses Land. Um aufstände zu begegnen richteten sie ihnen dann das Recht Casinos zu bauen. Aber die Indianer, von ihrem Natürlichen leben
verbannt hatten Ihnen Raffgier und Hass, des weisen, alles genommen. Von Ihnen beraubt flüchteten sich in Alkohol und Drogen. Die Indianer wären mit ihrer Philosophie sicher weiter gekommen. aber sie zerbrach wie Ihr Leben. raimund raser
































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