lada´s Musikstunde (1)

Welche Note würdes du diesem Song geben?

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ladaci
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Dienstag 14. November 2017, 15:35  

Servas,

in letzter Zeit kommen mir im Radio immer wieder Songs unter, die ich nicht einordnen kann. Oft stellt sich mir das Fell auf und ich frage mich was das soll während die Moderatoren den Titel oder die Band als "genial" oder "großartig" bezeichnen.

Daraus entstand der Gedanke, mit euch über Musikgeschmack zu reden.
* Was gefällt dir an diesem Titel, was nicht?
* Wie gefällt dir der Text, wie die Musik, wie passt beides zusammen?

Wir wollen nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen (wir haben ja Zeit :D ) und beginnen mit einem Klassiker, den jeder kennen sollte:
Imagine there's no heaven
It's easy if you try
No hell below us
Above us only sky
Imagine all the people living for today

Imagine there's no countries
It isn't hard to do
Nothing to kill or die for
And no religion, too

Imagine all the people
Living life in peace

You, you may say I'm a dreamer
But I'm not the only one
I hope someday you will join us
And the world will be as one

Imagine no possessions
I wonder if you can
No need for greed or hunger
A brotherhood of man

Imagine all the people
Sharing all the world

You, you may say I'm a dreamer
But I'm not the only one
I hope someday you will join us
And the world will live as one


(Titelvorschläge, Ideen, Verbesserungen.. gerne als PN zu mir)
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Indianerle  
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Dienstag 14. November 2017, 15:44  

Zeig doch mal die deutsche Übersetzung.
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ladaci
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Dienstag 14. November 2017, 15:47  

Indianerle hat geschrieben:
Dienstag 14. November 2017, 15:44
Zeig doch mal die deutsche Übersetzung.
Ok, gerne :-)
Stell dir vor, es gibt den Himmel nicht,
Es ist ganz einfach, wenn du's nur versuchst.
Keine Hölle unter uns,
Über uns nur das Firmament.

Stell dir all die Menschen vor
Leben nur für den Tag.

Stell dir vor, es gäbe keine Länder,
Das ist nicht so schwer.
Nichts, wofür es sich zu töten oder sterben lohnte
Und auch keine Religion.

Stell dir vor, all die Leute
Lebten ihr Leben in Frieden.
Yoohoo-Ooh

Du wirst vielleicht sagen, ich sei ein Träumer,
Aber, ich bin nicht der einzige!
Und ich hoffe, eines Tages wirst auch du einer von uns sein,
Und die ganze Welt wird eins sein.

Stell dir vor, es gäbe keinen Besitz mehr.
Ich frage mich, ob du das kannst.
Keinen Grund für Habgier oder Hunger,
Eine Menschheit in Brüderlichkeit.

Stell dir vor, all die Menschen,
Sie teilten sich die Welt, einfach so!

Du wirst vielleicht sagen, ich sei ein Träumer,
Aber, ich bin nicht der einzige!
Und ich hoffe, eines Tages wirst auch du einer von uns sein,
Und die ganze Welt wird eins sein.
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korps
Primus-Junior
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Dienstag 14. November 2017, 17:42  

Mit aller Konsequenz haben sich John Lennon und Yoko Ono in der Schlußsequenz der Beatles und in den ersten Solo-Jahren für Friedensthemen ins Zeug gelegt. Sie zogen dafür Säcke über den Kopf, bepflasterten die Hauptstädte der westlichen Welt mit "War is over - if you want it"-Plakaten und schufen mit "Give Peace a Chance" und "Imagine" zwei veritable Friedens-Hymnen. Letztere erhielt 2012 ein Milliarden-Publikum bei den Olympischen Spielen in London, als bei der Schlußfeier ein Relief von Lennon im Stadion gebildet wurde, während seine Fantasie von diesen "was-wäre-wenn"-Situationen gespielt wurde. Ein paar Islamische Staaten blendeten, so viel ich weiß, die Übertragung wegen des "Stell dir vor, es gäbe keine Religion"-Parts aus.

"Imagine" ist zu Recht ein markanter Klassiker der Modernen Populär-Kultur. Für meinen Geschmack musikalisch etwas träge arrangiert (ich mag grundsätzlich eher Up-Tempo-Zeugs), aber Lennon wusste natürlich, wie er eine höchstmögliche Zahl von Hörern erreicht als Mitglied des verkaufsträchtigsten Acts in der Musik-Historie.

Der Text an sich ist natürlich (bewusst) naiv, aber verfehlt seine gewollte Wirkung auch heute noch nicht. Wie sonst käme jemand dazu, dieses Werk als Erstes in einem Musik-Thread zu thematisieren...

Grundsätzlich ist alles gut, was Menschen dazu bewegt, darüber nachzudenken, was für eine Scheiße -und alles was dazu führt- Krieg ist. Alleine deshalb ist das Lennon-Werk nur gut zu heißen. Freilich war und wird es auch nicht in der Lage sein, Kriege zu verhindern, denn abgesehen davon, dass trotz der enormen Verbreitung des Titels, die Überzahl der Menschen das Werk überhaupt (noch) nicht kennen (können), gibt es leider massenweise Menschen, die sich einen Dreck um "Imagine" scheren und von Kriegen und Kriegstreiberei profitieren und den Teufel tun werden zu versuchen, das zu ändern.

Beaslie99
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Dienstag 14. November 2017, 22:02  

So schön wie korps kann ich es nicht formulieren. Aber es ist ein tolles Lied aus meiner Jugend. Ich bin kein Fan von Musik und auch die Beatles sind nicht meine bevorzugte Gruppe. Aber ich war immer eine Art Blumenkind und stehe total hinter diesem Song. Es gab nur eine 2 von mir, weil es Lieder gibt, die mich mehr berühren.

Indianerle  
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Mittwoch 15. November 2017, 05:48  

Der Text ist aber so was von voll hinter mir.
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ladaci
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Donnerstag 16. November 2017, 20:41  

Ich habe bewusst einen Klassiker für die erste Stunde ausgesucht und ich sehe an euren Reaktionen, dass das goldrichtig war.

indi, das wusste ich sofort :-)

beaslie, welche Songs berühren dich denn mehr? Lass mich das doch bitte wissen, vielleicht findet sich dabei auch ein Kandidat für eine der nächsten Stunden.

korps, danke für die tollen Hintergrundinfos, wobei ich in zwei Dingen nicht ganz mit dir übereinstimme. Ich finde die Musik nicht träge, sondern sehr passend. Ich bezweifle, dass ein Epos, wie z.B. Vangelis diese Wirkung gehabt hätte. Ist es nicht vielmehr so, dass genau diese Einfachheit dem Text Platz lässt zu wirken und zu signalisieren, dass die Weltverbesserung keiner großen Dinge erfordert, sondern im Kleinen passiert?
Auch, dass du den Text als bewusst naiv siehst, kann ich so nicht nachvollziehen. Aus meiner Sicht ist es eine Einladung zu einem Traum, dass alles besser werden kann. Da ist keine Aufforderung zur Handlung, keine direkte Schuldzuweisung und kein Jammern. Aber vielleicht meinen wir ja auch das gleiche.
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korps
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Donnerstag 16. November 2017, 23:27  

Das ist nur persönlicher Geschmack. Das Träge ist nicht unpassend bei "Imagine". John Lennon hat in anderen Songs mit Politik- und Friedensthematik nur oft kampfeslustiger, rockiger komponiert (z.B. "Revolution", "Gimme some Truth", "Power to the People", "Bring on the Lucie (freda People)", "I don't wanna be a Soldier", auch "All you need is Love"). Geht alles mehr in meine bevorzugte Richtung.

"Naiv" ist vielleicht wirklich die falsche Bezeichnung. Gerade in der Einfachheit liegt ja oft die Genialität. Und wenn ich nun lese, dass nach der Attacke vom 11. September 2001 der US-Radiokonzern Clear Channel Communications den Song auf eine Liste von 166 Liedern gesetzt hat, die „textlich fragwürdig“ seien und vorerst nicht mehr gesendet werden sollten, dann ist er sogar eher provokativ oder im Laufe der Zeit noch provokativer geworden. Laut Ex-US-Präsident Jimmy Carter wird der Titel in manchen Ländern beim Empfang von Staatsgästen zusätzlich zur Nationalhymne gespielt. Freilich gab und gibt es auch "Kritiker", die "Kommunistisches" in Lennons' Zeilen lesen.

Darüber hinaus ist "Imagine" in vielen "All-Time"-Bestenliste sehr weit vorne notiert, in der allgemein wichtigsten, der des amerikanischen "Rolling Stone" hinter "Like a rolling Stone" von Bob Dyan und "(I can't get no) Satisfaction" von The Rolling Stones, auf Rang 3. Wobei es schon "auffällig" ist, dass auf Platz 1+2 Titel/Interpreten rangieren, die den Namen der Zeitschrift beinhalten... :D

So bemerkenswert "Imagine" ist und man den Text mal außen vor läßt, so hat John Lennon sowohl bei den Beatles und auch solo, meine ich, melodisch eindrucksvollere balladesque Stücke geschrieben wie z.B. "Girl", "In my Life", "Norwegian Wood (this Bird has flown)", "You've got to hide your Love away" mit den Beatles (sein gemeinsam mit Paul McCartney komponiertes Zeug laß ich mal aus Zeitgründen außen vor), solo "Love", "Oh, my Love", "Woman" und vor allem "God", wo er alles aufzählt, woran er NICHT glaubt, zumindest zu jenem Zeitpunkt 1970 und das auch seine nicht alltäglichen Qualitäten als Sänger unter Beweis stellt. Lennon konnte sehr zärtlich singen, aber beherrschte ebenso knallharte Rock ('n' Roll)-Gesangsstile.

Na ja. Die vier Herren aus Liverpool sind ohne Zweifel Genies, John Lennon sicher das Größte von ihnen. Wenn man sich in alten Filmen die Szenen außergewöhnlicher Massenhysterie in Konzerten oder auch wenn sie in die Stadt kamen und von einer oft fünf- bis sechsstelligen Zahl von Fans (z.B. 300.000 in Adelaide, 1964) empfangen wurden, ansieht, kann man erahnen, über welches Charisma die Kerlchen verfügten... Im Nachhinein sehr lobenswert, dass sie, obwohl sie es gar nicht nötig hatten, sie keiner zwang, sie ihre Popularität nutzten und sich das eine oder andere Mal mit dem "Establishment" anlegten. Etwas, was bei Elvis Presley schmerzlich vermißt wird in jener Zeit. Er wurde nach seiner Militärzeit doch recht spießig, ein "guter Amerikaner" und es ist in diesem Kontext vielleicht kein Zufall, dass er sich zu Tode fraß, während Lennon einem Mord zum Opfer fiel.

Ach ja, es soll nicht unerwähnt bleiben, dass viele Zeitzeugen berichten, dass die Konzerthallen bei Beatles-Konzerten kräftig nach Urin müffelten, weil sich viele Mädchen regelrecht eingenäßt haben sollen :lol: :lol: :lol:

korps
Primus-Junior
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Freitag 9. Februar 2018, 16:23  

Ha Hyun-woo, Jeon In-kwon, Lee Eun-mi und Ahn Ji Young. :D Diese -in Korea- wohl recht bekannten Interpreten haben heute, 9.2.2018, "Imagine" ein weiteres Kapitel als globale Friedenshymne hinzugefügt und es, hmmm, schon recht gewöhnungsbedürftig, während der Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele in Pyöngjang vorgetragen. Aus dem Gedächtnis heraus ist das mindestens das 3.x, dass der John Lennon-Klassiker zu solchen Ehren kommt (Peter Gabriel 2006 in Turin, irgend ein Kinderchor in London 2012 und nun 2018).

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