Soll die Beschneidung verboten werden?

Fritz75
Primus-Newcomer
Beiträge: 16

Mittwoch 5. September 2012, 14:25  

Nirgendwo wird gerade so heftig über die religiöse Beschneidung von jüdischen
Säuglingen und muslimischen Kindern debattiert wie in Deutschland. Wie ist eure Meinung? Religiöser Brauch oder "Verstümmelung"?

Ist es gerechtfertigt, dass die Eltern entscheiden dürfen, ob eine Beschneidung stattfindet oder nicht?

Cheeky_thing
Primus-Entdecker
Beiträge: 176

Mittwoch 5. September 2012, 14:35  

Ich finde das schon heftig - Körperverletzung..
und wäre für ein Verbot!

SintoX
Primus-Junior
Beiträge: 69

Mittwoch 5. September 2012, 14:41  

[quote='Kraeuterhexchen',index.php?page=Thread&postID=18896#post18896]Kurz und Knapp. Verbieten. Die sollen die Kinder in Ruhe lassen. Für mich hats mit Religion nix zu tun wenn man Kinder quält.[/quote]
In die Religion ist es sicher gewandert, weil es früher nicht so einfach war sich immer und überall sauber zu halten. Hygiene und damit die Gesundheit war wohl mal ein Gesichtspunkt.
Das kann aber heute eigentlich nicht mehr der Fall sein, besonders nicht in Deutschland.
Wenn eine Beschneidung aus medizinischer Sicht sinnvoll ist, dann wird diese ja auch hier durchgeführt. Aus rein religiösen Gründen würde ich die aber auch bei Kindern eher verbieten wollen.
Die Religion kann nicht einfach alles mögliche erlauben.

SintoX
Primus-Junior
Beiträge: 69

Mittwoch 5. September 2012, 14:44  

[quote='couchschlaefer',index.php?page=Thread&postID=18902#post18902]Für mich ist es Brauchtum.

Hat sich ja auch vorher kaum einer dran gestört.[/quote]
Und wenn es in einer Religion Brauch ist das zweitgeborene Kind dem heiligen Gott zu opfen dann ist das auch ok?

Oder man fragt eben harmlos: Sind Ohrlöcher bei Kleinkindern ok?
-> http://www.sueddeutsche.de/panorama/ziv ... -1.1455345

semi2009
Primus-Entdecker
Beiträge: 215

Mittwoch 5. September 2012, 15:02  

Dass Jesus gemäß biblischer Vorschrift und jüdischem Brauch am achten Lebenstag beschnitten worden sei, berichtet der Evangelist Lukas im zweiten Kapitel.
Gleichzeitig, und darauf liegt in Lk 2,21 EU das Gewicht, sei ihm der Name Jesus gegeben worden. Quelle: wikipedia

und was ist mit den Aposteln, Evangelisten und all den Christen und deren Nachkommen?

Ansonsten tendiere ich eher zu der Meinung von SintoX

Masmiie
Primus-Lehrling
Beiträge: 1228

Mittwoch 5. September 2012, 15:06  

Ohrlöcher stechen ist Körperverletzung - und Beschneidung nicht? Ich bin fürs verbieten. Deutschland hat das Christentum als Staatsreligion und hat sich nicht an Bräuche aus anderen Religionen zu halten. Ganz abgesehen davon, dass sonst irgendwann auch die Beschneidung bei Mädchen erlaubt wird und das wäre ja wohl das Letzte! Und nochwas - im Koran steht nix von Beschneiden, es ist kein religiöser, sondern ein kultureller Brauch aus Afrika.

Wenn es aus medizinischen Gründen gemacht werden muss, dann musses halt. Ansonsten ist es Blödsinn. Die meisten Amerikaner sind ebenfalls beschnitten, bei ihnen wegen der Hygiene. Nur haben Studien ergeben, dass es im Gegenteil viel mehr bakterielle Infektionen gibt bei Beschnittenen als bei Unbeschnittenen. Hygienisch gesehen ist die Beschneidung also völlig sinnlos. Dafür ist dieser unnötige Eingriff nunmal ein Eingriff in den Körper, mit allen Risiken. Ein Schulfreund meiner Tochter war nach der Beschneidung zwei Wochen lang krank, weil sich die Wunde infiziert hatte - dabei wurde er in Deutschland im Krankenhaus beschnitten. Das hätte man ihm wirklich ersparen können.

Für Moslems wird das natürlich ein Problem, denn so wie hier die Konfirmation, ist bei ihnen das Beschneidungsfest. Aber das allmähliche Erwachsenwerden kann man doch auch ohne eine überflüssige OP feiern ....
Masmiie im Netz verstrickt mal hier mal davielleicht auch dort sehr gerne hier oft auch da und auch hier - und auf euren Links

Benutzeravatar
Loregiver
Primus-Lehrling
Beiträge: 1290
Danksagung erhalten: 11 Mal

Mittwoch 5. September 2012, 15:09  

Dies greift in die Persöhnlichen Rechte des Kindes und ist Körperverletzung und damit eindeudig gegen das deutsche Recht und eine Religion hat dabei nichts verloren.

mike1
Primus-Stammgast
Beiträge: 489

Mittwoch 5. September 2012, 15:13  

Soweit mir bekannt ist, ist da eh verboten in Deutschland, diejenigen welche diesen Religösen Drang haben mögen das ruhig machen!

Ich finde es nur traurig das die Kinder keine Wahl haben :!:



http://www.focus.de/politik/deutschland ... 75212.html

Was mir aber total gegen die Hutschnur geht, ist die Beschneidung von Mädchen/Frauen


http://www.welt.de/politik/ausland/arti ... mmelt.html

Meine Meinung dazu ist das Beschneidungen jeglicher Art nur sein sollten wenn dies Medizinisch notwendig ist, alles andere hat nicht nichts mit Menschlichem Lebensverbesserungen zu tun :!:

Meine persönliche Meinung, kein Angriff gegen andere Meinungen :!:
[align=center]:thumbup: Unterstützt die Primus - Spendenaktionen :thumbup:

Unsere Leeni und Genius "Zwei der hellsten Stern am Firmament"[/align]

semi2009
Primus-Entdecker
Beiträge: 215

Mittwoch 5. September 2012, 15:19  

Ersatzweise eine Art "symbolischen Akt" erlauben, um den "Religionen" die Feierlichkeiten zu gönnen.
Und irgendwann die Betroffenen es in freier Selbstbestimmung entscheiden zu lassen, ob man sich diesem "Ritual"
aussetzen möchte, wäre meiner Meinung nach eine sinnvolle Lösung dieses Problems

Benutzeravatar
huskie-style
Primus-Praktikant
Beiträge: 830
Hat sich bedankt: 7 Mal
Danksagung erhalten: 13 Mal

Mittwoch 5. September 2012, 17:42  

Seit Jahrzehnten werden nach jüdischem Glaubensritual Jungen beschnitten, niemand sagt etwas und - PENG - es gibt ein Gerichtsurteil und es wird geschrien:"Körperverletzung!".

So weit,so gut. Allerdings stellt sich mir die Frage: Wo waren die Schreier vor 2012? Bis zum Gerichtsurteil war Alles gut und in Ordnung und schlagartig kommen die Traumaforscher, Kinderschützer aus dem Busch und verteufeln dieses Verfahren? Wo waren sie vorher? Ach ja, im Busch, schrub ich ja schon.

Artikel 4 (2) des GG sagt: "Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet." In § 223 StGB lautet es:"Wer eine andere Person körperlich mißhandelt oder an der Gesundheit schädigt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft." Und zur Definition der körperlichen Mißhandlung heisst es im Rechtswörterbuch:"Als körperliche Misshandlung wird jede üble unangemessene Behandlung bezeichnet, die entweder das körperliche Wohlbefinden oder die körperliche Unversehrtheit nicht nur unerheblich beeinträchtigt."
Über das Maß der Erheblichkeit kann ich mir kein Urteil erlauben, aber für mein persönliches Rechtsempfinden schlägt hier der Artikel des GG das StGB. Letztendlich liegt es aber in der Hand des Gesetzgebers, diesen gordischen Knoten evtl. konkurrierender Gesetze zu entwirren.

i-ben-i
Primus-Entdecker
Beiträge: 207

Mittwoch 5. September 2012, 20:17  

Es sollte jeder die Freiheit haben, selbst zu entscheiden!

Ein Baby kann diese Entscheidung noch nicht treffen, ob es das will oder nicht.
[align=center].
Dein Leben (körperliche Unversehrtheit, deine Freiheit, dein Eigentum [rechtmäßig erworben]) gehört DIR!
Wäre es nicht so, würdest du einem anderen oder einer Gruppe von anderen gehören. Natürlich gehört dir wiederum nicht das Leben von anderen.
.[/align]

frischel
Primus-Newcomer
Beiträge: 31

Samstag 15. September 2012, 09:49  

ganz klar VERBIETEN

wenn das jemand aus dem so genannten religiösen brauchtum heraus machem möchte, soll er darüber selbst entscheiden können und diese entscheidung für sich selbst treffen.
denen die das für ihre kinder machen, gehört die hand abgehackt ... so wie man das bei denen und bei den muslims mit räubern machte

19matt57
Primus-Newcomer
Beiträge: 44
Primera-Remote an 19matt57

Mittwoch 6. Mai 2015, 16:38  

Jetzt lasst doch mal die Kirche im Dorf. Bei den Juden und Muslimen sollten die Männer tatsächlich beschnitten sein. Das hat primär nichts mit der Religion zu tun, sondern mit Hygiene. Zu jeder Moschee gehört neben vielen anderen Einrichtungen auch eine Möglichkeit zum Füßewaschen und zum Baden (Hamam). Ein beschnittenes "Stück" lässt sich nunmal wesentlich leichter reinigen als ein unbeschnittenes. Wenn man sich dann noch die Gegenden ansieht, in denen Juden, Muslime (auch die Christen als jüdische "Ketzer") ihren Ursprung haben, dann sind die bei beiden Religionen geforderten rituellen Waschungen ein wichtiger Beitrag zur Hygiene.

Ob eine Beschneidung Körperverletzung ist? Keine Ahnung. Ein versierter Chirurg erledigt das gewissermaßen im "Handumdrehen" und in den traditionell muslimisch geprägten Ländern gab und gibt es darauf spezialisierte "Fachkräfte", die genau wissen, was sie tun. Unbestritten ist, dass die Kinder, also Jungs, selbst entscheiden können sollten, ob und wann eine Beschneidung vorgenommen wird. In der "antiken" Welt war dafür vielleicht eine Altersgrenze von 8 Jahren vorgesehen. Bei der vergleichsweise hohen Kindersterblichkeit galt ein Junge dann schon als Mann und sollte, musste und konnte oftmals für die gesamte Familie entscheiden.

Gestattet eine weitere Anmerkung. Anhand der Beschneidung konnten Juden und Moslems die Religionszugehörigkeit prüfen. Es war also für einen "ungläubigen Christen" sehr schwierig, in eine Moschee zu gelangen bzw. mit einem sehr hohen Risiko verbunden.

Ob das heute alles noch zeitgemäß ist, ist eine ganz andere Frage. Kritiker meinen, dass dem Islam gewissermaßen eine "Reformation" fehlt. Allerdings ist der Islam auch keine einheitliche Religion. Es gibt viele unterschiedliche Strömungen, die sich untereinander bis aufs Messer bekämpfen.

Beschneidung bei Mädchen und Frauen? Hat in Deutschland nichts zu suchen, daher verbieten. Das zählt für mich als Eingriff in die körperliche Unversehrtheit.

Noch eine ganz persönliche Anmerkung. Wir sind es heute gewohnt, alles aus unserem zeitgenössischen Blickwinkel zu betrachten, ohne geschichtliche und kulturelle Hintergründe zu berücksichtigen. Die heutige Welt ist sehr kompliziert, dafür aber auch bunt und spannend. Falls ihr irgendwann mal Gelegenheit dazu habt: Fahrt nach Istanbul und lasst euch gefangennehmen von der unglaublichen Vielfalt dieser Stadt ...

tommixyz
Primus-Junior
Beiträge: 71

Mittwoch 6. Mai 2015, 16:56  

Genau - oder gefangen nehmen wegen kleiner Delikte, da bekommt der Begriff Rechtsstaat ein neues Ansehen - naja. Aber es ist wohl so - Traditioinen, aus welchen Gründen auch immer, müssen nicht immer mit unserer Auffassung modernen Lebens übereinstimmen. Trotzdem geben mir manche Dinge sehr zu denken - so eine Beschneidung ist auch beim Mann durchaus ein körperlicher Eingriff... und auch die Inquisition war mal modern und trotzdem würden wir sie heute wohl nicht dulden - und warum eine Beschneidung aus hygienischen Gründen in Deutschland - Dusche, Waschbecken usw. sind heute selbst in Asylen vorhanden..... naja, ist wohl Ansichtssache, denke ich.

  •   Information
  • Wer ist online?

    Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast