Dec
30

*****Silvester 2018*****


Das Jahr 2018 liegt hinter mir. Die letzten Stunden des Jahres rinnen wie Sand einer Sanduhr durch meine Hände.

Ich wage einen Blick zurück. Zurück auf mein Jahr. Es war ein Gutes Jahr. Manches Sandkorn war etwas größer. Es drohte meine Sanduhr zu verstopfen. Ich hab sehr viele sehr leicht, manche mit etwas Mühe klein bekommen, damit die Sanduhr weiter rieseln kann.
Einige liegen nun in der vergangen Zeit und stechen durch ihre Größe noch immer heraus. Ich nehme sie also heraus. Weil sie in der Vergangenheit liegen und ich sie in der Zukunft wohl nicht mehr zerbröselt bekomme. Ob sie wichtig sind, so für das nächste Jahr interessiert mich nicht mehr. Zu lange schon liegen sie im vergangenen Jahr und haben meinen Alltag nicht mal mehr beeinflusst.

Viele nehmen sich fürs neue Jahr irgend etwas vor.
„Ich will nicht mehr rauchen.
Nächstes Jahr wird alles besser oder ich mach alles ganz anders.“

Und ich schau dem letzten Sand des Jahres zu. Er rieselt die letzten Stunden durch meine Hände. Ob ich mir auch etwas vor nehmen soll? Aber was? Rauchen? Hab ich zu oft versucht vergebens auf zu hören. Nächstes Jahr wird alles besser? Aber woher soll ich das wissen? Hab ich doch noch das alte Jahr in meinen Händen. Ich mache alles ganz anders? Aber warum? Mit vielem bin ich doch ziemlich gut gefahren.

Und während ich so nach denke fällt mir ein, dass all die guten Vorsätze doch nur Wunschdenken sind. Es irgendwie in meinen Händen liegt, wie der Sand des Jahres durch selbige rinnt.

Glück, denk ich so bei mir, Glück kann man nicht kaufen. Glück kann man sich aber gestalten. Mit allem was man tut. Klar ich könnte nun auf meinen Berg von Tabletten schauen, den ich jeden Tag schlucken muss, nur damit ich irgendwie senkrecht und halbwegs normal durchs Leben laufe. Ich könnte mich jeden Tag neu bedauern, wie schlecht es mir doch geht.

Was hab ich davon? Nichts. Weil ich all die schönen Dinge die ich ja machen kann gar nicht mehr im Blickfeld habe. Also krame ich meine Kamera raus. Und erwische mich dabei, wie mir Dinge in den Kopf steigen, die ich gerne fotografieren würde.

Also nehme ich diese Gedanken und packe diese schon jetzt in meine Sanduhr. Ich bereite diese quasi vor. Fürs neue Jahr. So viel schönes fällt mir ein, was ich gerne machen würde. Ich packe es also dazu.

Was mir das neue Jahr bringt weiß ich nicht. Ich werde alles nehmen wie es kommt. Es werden Dinge dabei sein, die mir vielleicht auch Angst machen werden. Aber Angst ist kein guter Begleiter. Egal was man tut oder plant, so im Leben. Wer immer nur die Angst im Kopf hat, steht sich eines Tages selbst im Weg.

Aber wie damit um gehen? Wenn sie kommt? Diese Angst? Ich denk noch so. Eigentlich hat so ein Menschenleben doch so viel positives. Was man viel zu selten sieht. Und während ich das so denke, fällt mir auf, dass es ja auch der Sand meines Lebens ist, der durch meine Finger rinnt. Und irgendwie wird mir klar, dass ich endlich mal anfangen muss vieles nur noch positiv zu sehen.
Im neuen Jahr.

Nun ja, wenn man weiß dass man im neuen Jahr gleich zur Beerdigung muss ist das nicht so einfach. So eine Beerdigung ist keine Faschingsparty. Man hat ja irgendwie einen geliebten Menschen verloren. Aber hee. Der liebe Gott hatte mich am 1. Advent letztendlich doch erhört. Und meine Oma zu sich geholt. Ja verdammt ich war total traurig. Aber viel trauriger ist doch, wenn alte Menschen nur noch vor sich hin leiden. Sich quälen. Auf ihre Erlösung warten. Dann ist so eine Beerdigung (so sehe ich das) ja auch der letzte Weg in eine Welt ohne Schmerzen und Leiden. In eine sorgenfreie, bessere Welt.

Das letzte Sandkorn des Jahres bahnt sich den Weg durch meine Hände. Ich schau ihm hinterher und denk noch so. Riesel Du mal. Wir sehen uns im nächsten Jahr wieder. Und während ich überall das nachdenke, was 2018 so mit mir gemacht hat, kommt das letzte Sandkorn an. Ich drehe die Uhr also um. Und stelle sie beiseite.

Und der Sand? Er rieselt von neuem. Bringt mich in mein neues Jahr. Und ich hoffe, dass ich Ende 2019 sehr viel mehr positives entdecken kann als 2018. Wohl wissend, dass vieles wohl an mir selbst liegen wird. geschrieben am 30.12.2018 von PaulaSachsen

Schlagwörter

silvester, neujahr, positiv

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Kommentare von anderen Usern

Avatar himmelsstuermer schrieb am 08.01.2019 folgenden Kommentar:
Hallo liebe Paula aus Sachsen ich mag dich und stehe zu dir. Du schaffst es und viel Glück wünsche ich dir dein Himmel

Avatar Snoopi schrieb am 02.01.2019 folgenden Kommentar:
Ein wirklich sehr sehr schöner und auch nachdenklicher Text. :-) Du hast vollkommen Recht, man sollte alles versuchen optimistisch zu sehen. Vieles kann man beeinflussen, aber nicht alles.
Mal sehen, was das neue Jahr anzubieten hat. :)
Alles Gute für Dich und für alle anderen.