Dec
28

Der Schlüssel in Dir, bist Du selbst


Immer wieder, wenn ein Jahr zu Ende geht, werde ich nachdenklich. Ich mach das eigentlich jedes Jahr. Zurück blicken, was mir das Jahr so gebracht hat.

Jedes Jahr geht eigentlich damit los, dass ich immer älter werde. Früher hab ich immer gesagt: „Boah ich will mal nie 40 werden. Da ist man schon so alt.“ Nun bin ich lange über die 40 drüber. Und so rückblickend ist das gar nicht so schlecht. Weil jedes Lebensjahr auch ne Ecke mehr an Erfahrungen mit sich bringt. Die mich verdammt gut weiter gebracht haben.

Jedes Jahr, wenn der Jahreswechsel kommt sortiere ich mein Jahr was hinter mir liegt und meinen Kopf. Frei nach dem Motto: „Was haste denn nun eigentlich geschafft und gemacht, das ganze Jahr?

Ich hatte Zeiten in meinem Leben, die sicher kein normaler Mensch braucht. Wo man aber am Ende doch irgendwie durch musste. Und mir wird, wenn ich an diese Zeiten denke auch nicht immer wohler.

Einiges ist dabei, wo ich damals in Selbstmitleid versunken bin. Eigentlich nur damit beschäftigt war zu jammern. Wie schlecht es mir doch geht. Und das ich an all diesem Kummer bestimmt eines Tages ersticken werde. Ja es waren auch Zeiten dabei, die ich heute vielleicht anders machen würde. Aber die sind aus Sicht von heute verschwindend gering. Weil ich mich durch das meiste einfach durch geboxt hab. Anpacken, statt jammern und wimmern.

Na ja ich sag ja immer. Jeder der in irgendeiner miesen Suppe landet. Der kann nicht immer was dafür. Aber er kann dann was dafür, wenn er in eben dieser Suppe liegen bleibt und nicht versucht da wieder raus zu kommen.

Irgendwann hatte ich begriffen, dass die miesen Zeiten auch was positives hatten. Ich hab ne Menge gelernt dabei. Dinge, die mir heute so nicht mehr passieren würden. Erfahrung macht eben schlau!

Und heute? So im Jahr 2021, wo sich das Jahr wieder mal dem Ende zu neigt, ist alles ganz anders. Irgendwie. Weil, schon wenn die ersten Blätter bunt werden, fang ich an komisch zu werden. Na ja letztes Jahr war das noch so. Ich mochte den Herbst nicht, ich mochte auch den Winter nicht. Weil die dunklen Jahreszeiten irgendwie nicht so meins sind.

Jedes Jahr kämpfe ich darum, dass ich nicht ins Krankenhaus muss, damit die meine Bipo-Fratze in Schach halten. Ich kämpfe wie ein Stier. Nur dieses Jahr musste ich noch nicht kämpfen. Sicher liegt es auch daran, das ich durch die Ergo mal wieder ein wenig wach gerüttelt wurde.

Wenn man drauf wartet das es einem mies geht. Ja dann geht’s einem eben auch mies. Wenn ich immer nur drauf warte, dass mir irgendwas schlimmes passiert. Ja meistens kommt dann auch aus irgend ner Ecke wieder eine neue Keule, die mich eiskalt trifft!

Der Schlüssel zu all dem bin ich ja aber selbst. Ich hab gelernt, dass man seinen Blickwinkel ja auch mal ändern kann. Oder eben einfach den Kummer den man hat durch eigenes tun auch ändern kann.

Erst die Tage hat jemand zu mir gesagt:“Weißte was, ich fand dich damals echt so Scheiße. Ich hab aber jetzt erst begriffen, dass es das beste für mich war. Mich wach zu machen. Und dafür sollte ich dir eigentlich echt dankbar sein!“ Na ja, der Moment wo mich dunkle Zeiten zwar ein holen. Ich dann aber weiß, dass es eben zu was nützlich war.

Und während ich das ganze 2021 so reflektiere, wird mir irgendwie klar, dass ich eigentlich nen verdammt cooles Jahr hatte. Trotz Corona. Ich war im Sommer so viel unterwegs. Und ja auch in Hamburg. Auch wenn mein Plan nicht ganz so auf ging, wie ich das wollte. Hinfallen, aufstehen, weiter machen!

Na gut. Weihnachten mag ich nun immer noch nur bedingt. Aber hee. Ich sehe selbst das positiv. Weil, wenn ich ehrlich bin. Ich hatte als Grinch noch nie so viel Spaß wie dieses Jahr.

Irgendwie muss ich mich an all das Positive, was ich plötzlich so sehe erst mal gewöhnen. Das ist irgendwie alles so neu. Aber eins hab ich begriffen.

Der Schlüssel bin ich selbst. Wenn ich nur in der Negativ-Schleife hänge, dann sehe ich auch nur negativ. Dabei hat ja alles 2 Seiten. Und irgendwas positives findet man immer. Egal in welcher Lebenslage!

Das Jahr ist fast rum. Ich hab wie meistens, ne Menge Ideen im Kopf. So fürs nächste Jahr. Ob das alles so auf geht, hab ich nicht alleine in der Hand. Aber das was nur ich selbst in der Hand habe, werde ich auch um setzen. Wie hab ich jetzt mal gesagt. „Nicht nachdenken! MACHEN! geschrieben am 28.12.2021 von FaultierDE

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jahresrückblick

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Kommentare von anderen Usern

Avatar FaultierDE schrieb am 28.12.2021 folgenden Kommentar:
na ja wie sag ich das jetzt. schönes wollen. für mich ist das z.B. irre schön, wenn meine Bude auf Fordermann ist. Das ist ja nun in DepriZeiten nicht immer so einfach. man läßt da was liegen, dort auch. Dann kriegste den Hintern nicht hoch. Sowas meine ich. Dabei kann man ja auch mal anders ran gehen. Wenn ich trotzdem tue. Und wenns nur ein bissel ist. Dann wirds nie zu viel. Sowas meine ich z.B. Ich meine aber auch so Sachen wie, da will ich noch hin und da noch. Also rum fahren. Sich seine kleine Welt bissel an gucken. Andere Bilder in den Kopf kriegen. So positives. Hat den Vorteil, das negatives keinen Platz hat im Schädel. Heißt weiter, da wo positives ist hat die Depri keine Chance mehr. Was widerrum heißt. Bude schick, weil der Hintern alleine hoch kommt. Alles schick. Uffgeräumt halt. Wo dann auch mal was von der Seite kommen kann. Das kommt, weg machen, weiter gehts. Da staut sich halt nix mehr an. Na ja und all meine Hobbys die ich so hab. Ich sag schon ne Weile nicht mehr: ich könnt ja mal wieder. Püh, ich mach das einfach und mir gehts richtig gut dabei. Na gut manchmal fällt mir so viel auf ein mal ein was ich alles machen will. Wo ich dann auch mal hektisch über Ecktisch flitze. Weil auch mein Tag nur 24 Sunden hat. Aber das sind halt alles so Sachen. Die machen Spaß, die sollte man in solchen Zeiten, wie wir sie nun eben auch grade haben wirklich einfach machen. Ich sags mal so. Den Dreck räum weg, dann haste ganz viel Zeit für Spaß. Und vor alle4m den Schädel frei. Keine Ahnung. Wahrscheinlich liegts wirklich an der Zeit grade. Die Welt ist so dermaßen voll mit Negativen Dingen. Ich hab da keinen Bock mehr drauf. Und irgendwann vielleicht bedanke ich mich sicher auch bei diesem blöden Virus. Weil ich langsam glaube, dass ich noch in mancher Suppe schwimmen würde. Wenn der nicht gekommen wäre. Na ja oder ich bin eben nun in nem Alter wo man schnell sentimental wird. Das weiß ich aber noch nicht genau.

Avatar Masmiie schrieb am 28.12.2021 folgenden Kommentar:
Und was meinst du mit "Schönes wollen"? Ich bezog mich jetzt aufs kreativ sein, aber auch auf sonstige Arbeiten. Ich grübel die nachher kaputt. Mach mir Vorwürfe, weil ich mich dies Jahr aufgerafft hab und viel gebacken hab und meine arme Familie muss den Mist jetzt essen. Oder ich bastle/schreibe/handarbeite was - machen ist kein Problem, aber hinterher will ich den Schrott nur wegwerfen. Und mach mir Vorwürfe wegen der Zeit- und Materialverschwendung.

Avatar FaultierDE schrieb am 28.12.2021 folgenden Kommentar:
mas ich meine ja auch dieses "wenn man was schönes will". nicht nachdenken machen. klar gibts situationen wo man nachdenkt, eh man tut. aber ich war jahrelang so ne grübeltante. ich hab viel auch kaputt gegrübelt. weil ich sonst eben nix gemacht hab. mir die kraft selber noch geraubt, mit alle dem. das ist alles total gekippt. irgendwie. und heute denk ich. wo ich so viel mache, was mir halt spaß macht. was haste nur lebenszeit sinnlos vergeudet. ich kann die zeit nicht zurück holen. aber die die kommt besser nutzen. was mir ja auch bewusst geworden ist, dass ich eigentlich so kummer wie früher gar nicht mehr habe. irgendwie aktuell total aufgeräumt grade mein leben. und das bissel was da noch quer hängt. das kann ich nicht ändern. ist halt so. aber es ist oke für mich. blickwinkel ändern. hinfallen, aufstehen, weiter machen.

Avatar Masmiie schrieb am 28.12.2021 folgenden Kommentar:
Da hast du sehr recht. Und ich freu mich für dich, dass du aus dem Sumpf rauskommst. Ich finds toll, dass du nie aufgibst.
Ich habs leider oft umgekehrt erlebt. Je öfter ich mich rauskämpfe, umso öfter kann man mir eins überbraten, um mich wieder reinzuschicken. Und was das Positiv-Denken anbetrifft: Mein Problem ist eher, dass ich mache - und dann nachdenke. Das ist auch nicht besser.